Digimodes mit Tigertronics SignaLink USB

Wer im Amateurfunk digitale Betriebsarten wie PSK31 ausprobieren möchte, der muss sein Amateurfunkgerät mit dem Computer verbinden. Am einfachsten und schnellsten geht das natürlich über die eingebaute Soundkarte. Doch diese Lösung bringt viele Probleme mit sich, da die beiden Geräte so nicht vernünftig entkoppelt sind und die internen Soundkarten oft eine mindere Qualität haben. Abhilfe schafft hier das SignaLink USB von Tigertronics, denn die kleine Box enthält eine USB Soundkarte für den PC und eine entkoppelte Verbindung zum Funkgerät.

Lieferumfang

Das SignaLink USB wird fast komplett fertig geliefert. Im Lieferumfang befinden sich

  • das SignaLink USB Gerät selbst,
  • ein Klinkenkabel zum Anschluss an ein Funkgerät mit Audioausgang,
  • ein USB Kabel zur Verbindung mit dem Computer,
  • eine CD mit Treibern,
  • sechs Kabelbrücken zur internen Konfiguration,
  • ein Inbusschlüssel zum Öffnen des Gerätes,
  • vier Gummifüße,
  • und eine ausführliche englischsprachige Anleitung.

Wer hier in Deutschland bei QRP Project bestellt, der erhält auch noch schon eine ausführliche deutschsprachige Anleitung dazu. Es fehlt lediglich ein Anschlusskabel zur Verbindung mit dem eigenen Funkgerät. Wer möchte kann dieses schnell selbst zusammenlöten oder aber man bestellt ein fertiges Kabel direkt beim Händler mit. Fertige Datenkabel gibt es für die gängigsten Funkgeräte von Yaesu, Kenwood und Icom sowie für viele Mikrofonanschlüsse.

Einrichtung

Bevor man das SignaLink USB zum ersten Mal benutzen kann, muss das Digimode Modem zunächst im Innern konfiguriert werden. Dazu öffnet man es über vier Inbusschrauben an der Front und überbrückt auf einem Sockel einige Steckverbindungen. Die Verkabelung ist hier von Funkgerät zu Funkgerät verschieden, so daß man sich vorab informieren sollte, wie überbrückt werden muss. Beispielhaft sehr ihr hier einmal die Verkabelung für ein Kenwood TS-480 Funkgerät:

SignaLink USB offen

Als nächstes kann das SignaLink dann mit dem PC und dem Funkgerät verbunden werden. In den PC eingesteckt, wird die interne Soundkarte des Gerätes in der Regel automatisch erkannt und in das Betriebssystem eingebunden. Das SignaLink ist dann sofort als „USB Audio CODEC“ sowohl als Mikrofon (Eingang) als auch als Lautsprecher (Ausgang) nutzbar. Sollte die Soundkarte nicht automatisch erkannt werden, so muss zunächst der Treiber von CD installiert werden.

Bevor man nun mit dem SignaLink auf Sendung gehen kann, müssen die neuen Audio Ein- und Ausgänge noch in den Einstellungen der eigenen Digimode- oder Logbuch-Software ausgewählt werden. Ist dies erledigt, so schaltet man im Funkgerät bei Bedarf die Voice Funktion für den Datenport frei, so daß das Funkgerät bei einem Signal vom Datenport direkt auf Sendung geht. Wird das SignaLink über den Mikrofoneingang angeschlossen, so ist dies nicht notwenig. Zu guter Letzt sollte man am Amateurfunkgerät noch den Sendemonitor einschalten, damit man hören kann, ob und was rausgesendet wird.

Betrieb

Ist die Einrichtung erledigt, kann man auf Sendung gehen. Neben dem SignaLink USB empfiehlt es sich darüber hinaus das Funkgerät noch mit einem seriellen Kabel an den PC anzuschließen. So lässt sich das Amateurfunkgerät bequem in den meisten Digimode- oder Logbuch-Programmen vom PC aus fernsteuern. Testweise haben wir so einige Digimode QSOs sowohl über UCX Log als auch über den Digital Master von Ham Radio Deluxe gefahren, was bei beiden Programmen absolut problemlos möglich war. Von allen Funkpartnern bekamen wir ausnahmslos einen 599 Report, trotz teilweise wechselnder Bedingungen auf 10 und 15 Meter.

IMG_7057Während des Betriebes kann man bequem über die drei Drehregler an der Vorderseite des Gerätes den Ausgangspegel, den Eingangspegel und auch die Sendeverzögerung einstellen. Das oftmals lästige Ändern der Pegel tief in den Menüs des Funkgerätes entfällt damit komplett. Auch kann das SignaLink so schnell und einfach an die unterschiedlichsten Funkgeräte im Shack oder portabel angepasst werden. Vor allem beim oft schwierigen Einstellen des richtigen Eingangspegels ist das eine echte Erleichterung.

Das Tigertronics SignaLink USB bietet sich aber nicht nur für Digimodes an. Eine weitere, interessante Funktion ist das Übertragen von Audiodateien vom PC an das SignaLink, welches diese dann über das Funkgerät aussendet. Vor allem beim Contestbetrieb über den N1MM Logger erlaubt diese Funktion ein schnelles Arbeiten, da man sich auf das eigentliche Loggen konzentrieren kann. Den CQ Ruf, den Signalreport, das eigene Rufzeichen, die Verabschiedung und das QRZ werden vorab am PC als Wave Datei eingesprochen und können dann per Knopfdruck über das SignaLink ausgesendet werden. Das funktioniert natürlich nicht nur im Contest- sondern auch im normalen Funkbetrieb. So kann man zum Beispiel auch aus UCX Log heraus das CQ Rufen auf eine Taste legen.

Fazit

Wer Computer und Amateurfunkgerät miteinander verbinden will um Digimodes zu arbeiten oder um Audiodateien zu übertragen, der kommt kaum am Tigertronics SignaLink USB vorbei. Der größte Vorteil des SignaLink ist ganz sicher die saubere Trennung von Computer und Amateurfunkgerät. Gepaart mit der guten Soundkarte im SignaLink erhält man so jederzeit störungsfreie Signale.

SignaLink USB RückseiteAuch was die Bedienung angeht ist die Tigertronics USB Soundkarte top. Die Einrichtung und Anpassung an das eigene Funkgerät und den Computer ist binnen 15 Minuten erledigt. Verschiedene Anschlussmöglichkeiten und Kabel erlauben eine Nutzung des SignaLink auch an älteren Funkgeräten. Über die TX und RX Regler kann schnell und einfach der Pegel des Signals angepasst werden. Das selbe gilt für das Anpassen des Delays beim Wechsel zwischen digitalen Modi und Voice Modes.

Preislich liegt das Tigertronics SignaLink USB mit 125 Euro in einem fairen und bezahlbaren Rahmen. Das Datakabel für den Anschluss an das eigene Funkgerät schlägt mir 20 Euro zu Buche.

Links

Weitere Infos und Bestellmöglichkeiten findet ihr auf den folgenden Seiten:

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